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Theresienbad ist ein kleiner Haltepunkt mit einem kleinen hölzernen Dienstgebäude gewesen (wurde um 1963/64 stillgelegt). Dieser diente für die Leute aus der Gemeinde Greifenberg, dem nahegelegenen Altenheim Theresienbad, sowie dem Unterhalb des Schloß Greifenberg gelegenen Ortsteil "Valloch" als Zustieg. In der Vorplanung von 1896/97 der Ammerseebahn wurde der Haltepunkt “Theresienbad” noch nicht Berücksichtigt, da vier weitere Streckenvarianten zwischen Geltendorf und Schondorf geplant waren.
(Bild oben: Hp Theresienbad um 1998 - inzwischen im Privatbesitz)
Diese Haltestelle lag an der Ortschaft Greifenberg näher, als der eigentliche Bahnhof Greifenberg, um den sich später der Ortsteil Neu-Greifenberg gebildet hat. In einem Fahrplan, der ab 01. Oktober 1961 galt, stand bei den meisten Zugverbindungen zwischen Weilheim und Augsburg: "Hält nicht in Theresienbad und Wabern". Heute befindet sich das kleine Bahnhofsgebäude noch an der selben Stelle und ist in Privathand übergegangen. Ein Bahnsteig ist heute auch nicht mehr zu erkennen. In der ersten Zeit war das Gebäude mit dunkler und später mit heller Farbe gestrichen, so wie er sich Heute auch noch Präsentiert.
Bild oben: Bahnhalt Theresienbad um 1933 - Teilausschnitt aus Postkarte
Die ehemalige Dienstwohnung wurde ebenso an Privatleute verkauft, da es sich noch in einem sehr gutem Zustand befindet. Die Dienstwohnung weist den gleichen Baustil auf, wie das von Kaltenberg, St. Ottilien, Riederau und Raisting. 1833 entdeckte der Landarzt Josef Hasinger von Greifenberg in der Nähe seines Hauses eine schwefelhaltige Quelle. Er errichtete dort ein Badehaus das am 30.10.1836 den Namen "Theresien-Heilbad" erhielt. Durch den Bahnbau und die Errichtung der Haltestelle "Theresienbad" erfuhr 1898 das Mineralbad einen wesentlichen Aufschwung. Nach dem 1. Weltkrieg wurde das Heilbad nicht mehr weiter betrieben. 1935 wurde nach der Renovierung eine BDM Obergauführerinnenschule "Hochland", Greifenberg (Ammersee), der NS-Partei eingerichtet. Im 2. Weltkrieg diente es dann als Lazarett. Ab 1945 als Unterkunft für rassisch Verfolgte. Nach einem Brand wurde es vom Landkreis Landsberg zu einem Altenheim, das bis zur heutigen Zeit besteht, umgebaut. In einem Büchlein aus dem Jahre 1863 steht geschrieben, daß im Bereich des Theresienbades die Leute ein auffälliges hohes Alter erreichen durch das gute Klima. Es ist in diesem Altenheim keine Seltenheit, daß die Heimbewohner an die hundert, ja sogar über hundert Jahre alt werden. Der älteste Heimbewohner war Robert Hübener mit 105 Jahren, Deutschlands ältester Autofahrer. Er fuhr noch bis zu seinem 102 Lebensjahr. Auch ein kleines Schloß, daß sich im Privatbesitz der Fam. von Perfall befindet, thront majestätisch oberhalb des Haltepunktes "Theresienbad". Von dort hat man einen herrlichen Blick auf das Windachtal, wo sich die Ammersee-Bahn hindurchschlängelt, sowie der herrliche Blick auf die Alpen mit der Ortschaft Schondorf davor.
Im Bereich des ehemaligen Haltepunkt Theresienbad wurde die Geschwindigkeit der Züge auf 70 km/h beschränkt, da diese Gegend sehr wechselnde Bodenverhältnisse aufweist, die auch das Gleisbett ein wenig beeinträchtigen. Hier fährt auch die Bahn durch das sogenannte "Windachtal" nach dem Flüßchen Windach genannt. Auf der Weiterfahrt vom ehemaligen Haltepunkt Theresienbad nach Schondorf, liegt linker Hand die Ortschaft Greifenberg romantisch und majestätisch auf einer Hügelkette, oberhalb des Theresienbades und dem Ortsteil "Valloch". Das "Gasthaus zur Post" lädt zu einem herzhaften Essen ein. Auf den Weg nach Schondorf wird die Strecke noch von einer Bogenbrücke überspannt, die in der heutigen Zeit auf 6 t begrenzt wurde.
Auszug aus dem Buch "Bad Theresienbad" aus dem Jahre 1863
"Reisegelegenheiten nach Greifenberg"
Es kann hier gleich eingeschaltet werden, welche Reisegelegenheiten nach Greifenberg und von hier ab geboten sind. Leider liegt unser Curort noch ausserhalb des Eisenbahnnetzes - doch ist eine Bahn von Pasing oder Bruck an den Ammersee über Greifenberg nach Landsberg und Buchloe (Allgäubahn) projectiert und sind die nöthigen Projectirungsarbeiten bereits vollendet. Wer jedoch Heilung sucht von körperlichen Leiden und Gebrechen, Erholung von Berufsanstrengungen, wer die Schönheit einer Freude und Gesundheit mehr gilt als aufregende Sinnesgenüsse, der wird vor kleinen Reiseunbequemlichkeiten nicht zurückschrecken und getrost in den täglich Nachmittags 3 Uhr vom Postgebäude in München abfahrenden Postomnibus steigen, um Abends 8 Uhr in Greifenberg anzulangen. Die nächste Eisenbahnstation ist Maisach an der München-Augsburg Linie. Von hier aus fährt man mittels Postomnibus in 1/2 Stunde nach Bruck und mittels gemiethetem Gefährte - in Bruck billig zu haben - in circa 2 Stunden nach Greifenberg. Von Starnberg liegt Greifenberg ebenfalls nur 4 Stunden entfernt, so dass man von dort aus, will man nicht die schöne Partie zu Fuss machen, mit Gefährte in ein paar Stunden in Greifenberg sein kann.
Wer mehr über den ehemaligen Kurort "Bad Theresienbad" wissen will, für den gibt es das Buch "Theresienbad Greifenberg am Ammersee Band 8" von 1980. Zu beziehen über den EGGER-Verlag - Landsberg (Lt. Heimatbuch "Landsberger Kreisheimatbuch")
Bahnwärterhaus zum Verkauf angeboten - PM vom 25.07.2007 aus dem LT:
Die Bahn möchte ein Bahnwärterhaus südlich vom Kreisseniorenheim Theresienbadd und Sportplatz verkaufen. Laut Bürgermeister Josef Förg handelt es sich bei dem Objekt auf Greifenberger Flur um 820 Quadratmeter Grund, das Haus hat ca. 80 Quadratmeter Nutzfläche. Als Verkaufspreis wurde 75.000 Euro genannt. Das Gelände liege im Aussenbereich, das Gebäude sei nicht mehr privilegiert, weil kein Bahnwärter mehr da ist........ lt. Geschäftsstellenleiter..... “ mit dem Verkauf allerdings werden diese entwidmet”. Der Gemeinderat lehte es einstimmig ab, das ehemalige Bahnwärterhaus nach Verkauf erneut zu privilegieren. Auch der Kauf des Grundstückes durch die Gemeinde wurde abgelehnt.
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