Schondorf

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Ammersee- und Pfaffenwinkelbahn auch unter: www.werdenfelsbahn.de erreichbar

Eine Bahnstrecke mit viel Potential an Fahrgästen; Attraktionen und Sehenswürdigkeiten

Der Bahnhof Schondorf liegt an der Kilometermarkierung 29,8 und diente während der Bauzeit als Schnittpunkt der Bahnlinie. Zuerst wurde von Geltendorf bis Schondorf gebaut und dann von Schondorf nach Dießen. Der Bahnhof lag genau zwischen den Gemeindegrenzen von Ober-, und Unterschondorf. Jedoch der Bahnhof hieß schon immer Schondorf. Erst 1970 wurden die beiden Gemeinden (Unter- und Ober Schondorf) zu einer Großgemeinde, die von da an den Namen "Schondorf" trägt, zusammengeschlossen. Vermutlich wäre der Zusammenschluß nicht zustande gekommen, wenn die Eisenbahn nicht gewesen wäre. Jedoch die Bahn brachte den Fremdenverkehr und bescherte der Gemeinde einen regen Zuwachs an Touristen und Neu-Bürgern. In der Vorplanung aus dem Jahr 1896/97 war sogar ein Trassenverlauf Direkt am See geplant gewesen. Um den Bahnhof entstanden einige öffentliche Gebäude, wie z.B. die Sparkasse; Post; Apotheke; Gaststätten usw., die sehr gut und auf kurzen Wegen vom Bahnhof aus erreichbar sind.

Bild: Oberschondorf um 1914 - Sammlung: www.werbetext-sorger.de

Bert Brecht am Ammersee

Schriftsteller und Regisseur Bertolt Brecht, er lebte für eine kurze Zeit in Utting (08.08.1932 Anwesen Nr. 100) und zog dann nach Schondorf, lebte dort vom 11.08.1932 bis 28.02.1933. Brecht genoß dabei die Natur am Ammersee. In der Zeit wo Bertolt Brecht in Augsburg wohnte, fuhr er oft mit den sogenannten "Badezügen" an den Ammersee, um dem Dickicht der Großstadt zu entkommen. Vielleicht liegt es gerade an dieser guten Bahnverbindung zu seiner Heimatstadt Augsburg, daß sich Eugen Bertolt Friedrich Brecht - wie der große deutsche Schriftsteller und Regisseur mit vollem Namen hieß.

(Bild oben: Bahnhof Schondorf - Nord-West-Ansicht)

Bahnhof:

Im Jahre 1934 wurde das Gebäude grundlegend neu Gebaut, wie es auf der Südseite an der Sonnenuhr abzulesen ist. Dort ist die Jahreszahl 1934, dem Bau des Bahnhofsgebäude integriert worden. Der Baustil des Bahnhofes Schondorf ist sehr identisch mit dem des Bahnhofes von Utting, Dießen und Benediktbeuern. Besonderes Merkmal ist der im obersten Stockwerk befindliche Fensterstock mit seinem schönen gedrechselten Mittelteil und der relativ große Schalterraum, wie er auch in Dießen vorhanden ist. Das Bahnhofsgebäude und das Nebengebäude (Toiletten) ist mit einer offenen Wartehalle (Sommerhalle) verbunden, die in den ersten Betriebsjahrzehnten zwei Eingänge von er Straßenseite hatte. Sehenswert an der offenen Halle sind die Beilagscheiben von den Schrauben, die die Konstruktion zusammen halten. Diese Beilagscheiben haben eine Art Blumenform und wurden bei Renovierung Ende der 90er Jahre durch einer grauen Farbe besonders hervorgehoben. Im August 2005 fanden umfangreiche Gleisumbauarbeiten statt. Werksgleise und Gütergleise gehören ab nun der Vergangenheit an.

(Bild oben: Schondorf von Norden - im Vordergrund die Eisenbahnbrücke)

Lange Zeit befanden sich die Bedienarmaturen für die Weichen und Signale im freiem vor dem Bahnhofsgebäude auf dem Bahnsteig. Erst einige Zeit nach der Neugestaltung in den 30er Jahren wurde ein Anbau dazu gemauert, der von nun an die Armaturen schütze, da auch in dieser Zeit einige elektrische Einrichtungen Installiert wurden, die dem Unwetter nicht ausgesetzt werden durften. Der Spannraum für die Signale befindet sich unterhalb der Armaturen, jedoch ist dieser nicht sehr Hoch (2,5M) wie in den anderen Bahnhöfen. Die Gegengewichte befinden sich in Schondorf auf der gegenüberliegenden Seite der Gleise im freien. Anfang der 90er Jahre mußte der Vorbau, in dem sich die Schranken-, und Signal-Bedienarmaturen befinden neu aufgemauert werden, da das alte Baufällig wurde. Ein Video auf YouTube zeigt den Bahnhof und die nördlichen Schranken, die 2011 umgebaut wurden ==>VIDEO

Die zwei nördlichen Bahnübergänge werden noch mechanisch vom Fahrdienstleiter bedient, dagegen die beiden südlichen Bahnübergänge werden jeweils mit einer automatischen Halbschranke und Blinklichtanlage gesichert. Der Bahnübergang vor dem Ortsschild im nördlichen Bereich und der in der Ortschaft werden durch eine Videokamera zusätzlich noch überwacht. Die Bedienarmatur für diese beiden Schranken befindet sich noch im freiem und wird lediglich von der Nord und Westseite durch eine Bretterwand geschützt. Im Winter ist jedoch warme Kleidung angesagt. Desweiteren sind noch Flügelsignale incl. Vorsignale im Bahnhofbereich eingesetzt.

(Bild oben: Bü Schondorf-Nord - soll wegen erhöhter Unfallgefahr beseitigt werden)

Der Bahnhof Schondorf ist wie der Bahnhof Utting in den früheren 50er Jahren ein beliebter Ausflugsbahnhof für die Menschen aus Augsburg, die zum Baden an den Ammersee mit dem Zug fuhren. In Schondorf hat man einen weiteren Weg zum See (ca. 800m). Wie so manche ehemalige Bahnbedienstete (wie auch mein Großvater Karl Preisendörfer) erzählt haben, müssen die Leute damals, Mitte der 50er Jahren, an den Waggons außen gehängt sein, da die Abteile innen bereits hoffnungslos Überfüllt waren, denn jeder wollte zum Baden an den Ammersee mit den sogenannten "Badezügen" aus Augsburg.

Bis August 2005 existierte noch das Ladegleis zur Fa. Prix. Ebenso gab es bis dahin noch den Anschluß zur Güterhalle. Nach den großen Umbauarbeiten im August 2005 (Weichen zurückgesetzt; Signale zurückgesetzt; neue Gleise verlegt) existiert im Bahnhof Schondorf nur noch ein Überholgleis. Kabeln für einen späteren Umbau auf Fernsteuerungen wurden auch bereits verlegt (lt. Fdl.). Im August 2009 wurden in der Sommerhalle sogenannte “Spikes” auf den Balken montiert, damit Tauben sich dort nicht mehr Niederlassen können und den Bahnhof verkoten.

(Bild oben: ehem. Werksanschlussgleis am Bahnhof Schondorf 2004 - wurde 2005 demontiert)

Was diesen Bahnhof noch einen Reiz gibt, ist die Bahnhofskatze, die jeden Tag mal Kurz bei den Fahrdienstleitern vorbeischaut und sich sichtlich Wohl fühlt bei dem freundlichen Personal vom Bahnhof Schondorf.

Natürlich ist im Bahnhofsgebäude, besonders im Fahrdienstleiterraum, die Zeit nicht stehen geblieben. Auch hier hat der Kollege Computer Einzug gehalten, auch wenn er nur für den Fahrkartenverkauf genützt wird. Am Fahrkartenschalter werden die Kunden noch freundlich Bedient und nicht wie in den großen Bahnhöfen einfach abgespeist. Für den freundlichen Service sorgen z.B. die Fahrdienstleiter Anton Giggenbach, Rolf Strehlow und andere Kollegen.

Rund um den Bahnhof:

Wie man an dem nachfolgenden Bild sehen kann, überspannt eine Brücke den nördlichen Einschnitt bei Schondorf. Dieser Brücken-Typ ist mehrmals auf der Strecke zwischen Geltendorf und Weilheim zu sehen. Eine Brücke davon - bei Pflaumdorf - wurde 1999 die Tragkraft erhöht. Beim Umbau wurde festgestellt, das die Brücke stabiler gebaut ist als angenommen wurde. Somit verringerten sich die Kosten der Sanierung um einiges.

Ab Geltendorf Richtung Weilheim verläuft die Linie im Voralpengebiet. Dies kann deutlich am nachfolgenden Bild bei Schondorf bereits gut sehen. Die dahinterliegenden Berge sind aber noch ca. 60 Kilometer entfernt.

Wie bei den anderen Bahnhöfen, so gehörte auch ein Gasthaus - mit dem typischen Bau-Stil - zum Bild des Bahnhof Schondorf. Heute nennt sich die Gastwirtschaft "Der Schondorfer" (vormals "Ammersee") - Tel: 08192/1400 - und man erkennt noch an der Fassade den typischen Baustil aus der Jahrhundertwende. Ein Bahnhofsnebengebäude wurde ebenfalls zu einem Lokal mit einem kleinen Kiosk umgebaut.

Im November 2000 behandelte der Gemeinderat den Flächennutzungsplan. Dabei ging es auch darum, anstatt die beiden Bahnübergänge zusammenzulegen die Straße auf Höhe Fuchsbergstraße westlich der Bahngleise weiterlaufen zu lassen bis zur Moraschstraße und dort eine Querung über die Bahnlinie zu bauen. Die Pläne dazu liegen bereits beim Straßenbauamt Weilheim vor und haben höchste Priorität. Für den Bahnhof Schondorf würde das bedeuten, das die beiden noch verbliebenen handgekurbelten Schranken durch eine automatische Schranke ersetzt wird, wie die bereits im südlichen Teil des Bahnhofes befindlichen Übergänge auf automatische Schranken umgestellt wurden. 2010 wurden in diesem Beriech die Sträucher und Bäume gefällt.

(Im Bild: Bhf Schondorf Süd-Ost-Seite)

Laderampe:

Im nördlichen Einfahrtsbereich zum Bahnhof Schondorf - Kilometermarkierung 29,6 - befand sich auf der Westseite der Gleise die Laderampe. Mit dieser Laderampe konnten Fahrzeuge auf Güterwaggons verladen werden. Ursprünglich war diese Laderampe zum Verladen von Pferden konzipiert worden. Vermutlich wurde aus dem nahegelegenen Staatsgut Achselschwang hier die Pferde verladen, oder angeliefert.

Der Auffahrtsbereich der Laderampe ist dafür sehr großzügig gestaltet worden. Vermutlich wurden auf dieser Laderampe auch landwirtschaftliche Geräte angeliefert und versandt. Gegenüber der Gleise - neben dem Bahnhofsgebäude - befindet sich die Güterhalle, in der Kleingüter verladen wurden.

Infos:

Pünktlich zum 1oo-jährigem Bestehen der Ammerseebahn sind die Maler im Mai 1998 angerückt, um den Bahnhof mit einer "zart-türkisen" Farbe einen Anstrich zu verpassen. Neben kosmetischen Verbesserungen sind auch Sanierungen der Bausubstanz vorgesehen. (Bericht von Gerald Modlinger im "Landsberger Tagblatt" am 18.5.1998 im Lokalteil "Ammersee")

Post hält Einzug in das Bahnhofsgebäude

In der Sommerhalle vom Bahnhof Schondorf wurde im Oktober 2008 eine Packetstation aufgestellt, in der man Rund um die Uhr Packete abgeben und auch holen kann. Man kann sich bei DHL registrieren lassen und man wird per SMS oder E-Mail verständigt, wenn eine Lieferung angekommen ist.

 

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