Güterhalle

“ReiseTreff” in der Lausitz Fahrkarten und Ferienwohn.

Keine offizielle Seite der BRB - zur BRB auf “BRB-Logo” klicken

Ammersee- und Pfaffenwinkelbahn auch unter: www.werdenfelsbahn.de erreichbar

Eine Bahnstrecke mit viel Potential an Fahrgästen; Attraktionen und Sehenswürdigkeiten

Wie fast an jeder Bahnstation gab es auch in Geltendorf eine Güterhalle, die sich im westlichen Teil des Bahnhofbereich befindet. In dieser Güterhalle gab es seit der Gründung der Eisenbahn immer regen Güterverkehr.
So gab es z.B. in den 60er Jahren einen "Von Haus zu Haus" Dienst der Deutschen Bundesbahn.


Auch landwirtschaftliche Produkte wurden in der Geltendorfer Güterhalle angeliefert oder versandt. So wurde Kunstdünger geliefert, aber auch landwirtschaftliche Geräte wie Traktor und Mähdrescher auf die Bahn verladen. Um die großen Fahrzeuge verladen zu können, war die Auffahrtsrampe großzügig gestaltet worden. Produkte die vom LKW auf Waggons verladen wurden sind meistens durch die Güterhalle transportiert worden, da man von der Straße auf die Schiene nieveaugleich verladen konnte.

So wurden auch am 11.März 1922 die vier neuen Glocken der Geltendorfer Kirche St. Stephan mit der Bahn angeliefert und auf Leiterwagen verladen, die wiederum von Ochsen, oder Pferden gezogen wurden - Siehe Bild mit Girlanden verzierten Glockengespann zwischen der Güterhalle und Kurvenwirt vor der Abfahrt in den 2 Kilkometer entfernten Ortskern von Geltendorf.

Kurioses

Wie von mir persönlich gesehen, wurde in den 60er Jahren auch eine Draisine auf einen offenen Güterwaggon verladen das wie folgt abging:
Die Draisine hatte in der Mitte einen Art Wagenheber, mit der sie sich um die eigene Achse drehen konnte. So fuhr die Draisine von der Schiene auf die öffentliche Straße, um die Güterhalle herum, auf die Auffahrtsrampe und von dort auf den Waggon. Da die Draisine nicht lenken konnte, wurde jeweils in den Kurven durch Bahnmitarbeiter vom Bahnhof, die zur damaligen Zeit noch reichlich Vorhanden waren, in die Richtige Position gebracht. Natürlich staunte so mancher Autofahrer, als er das Gefährt auf der Straße sah.

Tiertransport

Über 60 Jahre wurde am Bahnhof Geltendorf lebend Vieh verladen. Die Tiere wurden früher, als man noch keine Transportmöglichkeit hatte aus den umliegenden Gemeinden zum Bahnhof getrieben. Teilweise war man einen halben Tag unterwegs, bis die Tiere am Bahnhof, bzw. an der Güterhalle waren. Nicht nur Kühe, Stiere und Rinder wurden verladen, auch Schafe und anderes Vieh wurde mit der Bahn von der Geltendorfer Güterhalle abtransportiert zu Schlachthöfen oder zur Weiterzucht. Die Schafe gingen meistens über den Sommer in die Lüneburger Heide zum grasen, da der Schäfer von Geltendorf einen Vertrag über Landschaftspflege mit dem Landkreis Celle? hatte.


In den 60er Jahren hatte man dann schon einen Anhänger und fuhr die Tiere mit dem Anhänger zur Güterhalle. An der Güterhalle hatte man gegenüber dem Verladegleis die Möglichkeit, Tiere an eine Stange anzuhängen, die aus Schienen aus der Anfangszeit der Eisenbahn in Geltendorf bestand. Zum Beladen der Waggons für die Tiere, gab es noch 2 fahrbare Rampen, damit die Tiere nicht in den Spalt zwischen Waggon und Rampe fallen.
In einem geschlossenen Güterwagen hatten, je nach Größe der Kühe, 22 - 25 Tiere Platz. Als dann die Tiere mit dem LKW angeliefert wurden, war dies eine wesentliche Zeit- und Kostenersparnis.

 

Ende des Güterverkehr in Geltendorf

Ab wann der Güterverkehr über die Güterhalle (außer Tiere) eingestellt wurde, ist mir nicht bekannt. Lediglich die Rampe der Güterhalle wurde noch bis zum 1. Mai 1988 benützt durch den Viehhändler Franz Steer aus Eresing. Das Verladen der Tiere wurde nicht durch den Viehhändler eingestellt, sondern auf Klagen der Deutschen Bundesbahn, da die Verladung mit Bereitstellung des Waggons und wieder abtransportieren ein Minusgeschäft ist.

Da seit Mitte der 70er Jahre in Geltendorf kein Rangierpersonal mehr vorhanden war, mußte der Waggon zuerst von Kaufering bei Landsberg und später von Buchloe (25 Kilometer entfernt) bereitgestellt werden. Für diesen Dienst fuhr eine Köf die leeren Waggons während des Tage an die Verladerampe, die dann gegen 21 Uhr wieder aus der Verladerampe herausgezogen wurden und an den Extra umgeleiteten Güterzug von Augsburg über Geltendorf nach München angehängt wurden. Das Verladegleis stand nicht unter Fahrdraht, deshalb konnte auch die E-Lok diesen Waggon nicht selber aus dem Ladegleis herausholen.

Das Gebäude

Die Güterhalle existiert seit Anbeginn der Ammerseebahn (1898). Einige Meter entfernt befand sich eine Ladegut-Höheneinrichtung, damit nicht zu Hoch beladen wurde.
2005 oder 06 wurde die Güterhalle abgerissen, an der Stelle entstand ein Busbahnhof.

 

BuiltWithNOF
|Startseite| |Aktuelle INFOS| |Fahrplan| |Bahnhöfe| |Nachbar-Bahnhöfe| |Projekt Bahnhalt| |Planung/Zeitraffer| |Nostalgie| |VT98| |Wasserkran| |Güterhalle| |Signaltechnik| |Licht / Uhrzeit| |Heimatstil| |Brücken| |II. Weltkrieg| |Schifffahrt| |Impressum|