Greifenberg

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Ammersee- und Pfaffenwinkelbahn auch unter: www.werdenfelsbahn.de erreichbar

Eine Bahnstrecke mit viel Potential an Fahrgästen; Attraktionen und Sehenswürdigkeiten

Kein Zughalt mehr seit 1984 - Für weitere Zukunftsinfo siehe links “Projekt Bahnhalt”

Bahnhof:
An der Kilometermarkierung 26,2 liegt der 1984 aufgelassene Bahnhof Greifenberg. Bevor der Bahnhof Greifenberg - der eigentlich "Neu-Greifenberg" heißen sollte - in den 30er Jahren Grundlegend umgebaut wurde, hatte dieser Bahnhof vorher eine Station in der Grundrissform Typ E, ein Gebäude im "Maximiliansstil" (Architekturbüro Friedrich Seidel mit den Staatsarchitekten Friedrich Bürklein und Friedrich von Gärtner) der als unverputzter Klinkerbau ausgeführt wurde, dazu mit einem auskragenden Fenstersims, wie man es öfters auch an der Allgäubahn sehen kann. Bei der Vorplanung der Ammerseebahn im Jahre 1896/97 sollte aber die Haltestelle “Windach” heißen und war auch so in den Plänen der Vorplanung eingetragen. Der Haltepunkt sollte auch der Gemeinde Windach von Nutzen sein.

(Bild oben: Bahnhof Greifenberg um 1915)

Der Bahnhof hatte den Status einer "Haltestelle", da dieser Bau in seinem Grundmaß 10x10 m mißt und nur ein Stockwerk besitzt. Das Dach des Bahnhofes hatte im Gegensatz zu den anderen Bahnhöfen bereits Dachplatten.
Als die Ammerseebahn in den 30er Jahren auf ihrer ganzen Länge grundlegend umgebaut wurde, ist aus dem ehemaligen Bahnhof ein zweigeschossiges Bahnhofsgebäude im typischen Heimatbaustil mit Satteldach und einem Wandgemälde entstanden.

(Bild oben: Bahnhof Greifenberg Anfang der 1980er Jahre, kurz vor der Schließung)

Auf der Südseite entstand ein Vordach, daß mit zwei Tuffsteinsäulen gestützt wird. Auf der Ostseite (Gleisseite) war der Bahnsteig ebenso überdacht, jedoch heute existiert dieses Dach nicht mehr. Eine Laderampe mit Lagerschuppen befindet sich auf der Nordseite, auch ein freistehendes Toilettenhäuschen mit Abstellräumen gehörte zum Bahnhof dazu. Auf dem Bahnsteig befanden sich drei moderne Bahnsteigleuchten auf Betonmasten. Langezeit konnte man neben dem Bahnhof die typischen Telegraphenmasten sehen, die in diesem Bereich mit sehr vielen Drähten bespannt war. Das Bahnhofsgebäude selbst, ein zweigeschossiges Empfangsgebäude, das 1936 neu im Heimatstil errichtet wurde, steht heute leer da. Alle bahnspezifischen Einbauten sind demontiert worden. Die Türe vom Fahrdienstleiterraum zum Bahnsteig, sowie die beiden Tore der angrenzenden Güterhalle wurden zugemauert. An der Außenfassade befindet sich jedoch noch das wunderbare Wandgemälde, das einen Bauern bei der Aussaat darstellt. Diese Wandgemälde aus den 1930er Jahren sind entlang den Bahnhöfen der Ammerseebahn zwischen Diessen und St. Ottilien zu sehen, die Motive aus der Region “Ammersee” zeigen. Vom Bahnhof Greifenberg aus waren bei der Vorplanung verschiedene Streckenführung nach Weilheim angedacht. Zum einen wollte man Direkt nach Schondorf die Strecke führen und zum anderen war geplant, dass von Greifenberg die Strreckenführung nach HEchenwang weitergeführt wird und oberhalb den Orten auf dem Höhenrücken bis nach Raisting führen sollte - mehr Infos unter dem Button “Vorplanung” auf der linken Seite.

Güterverkehr Bf. Greifenberg:

An das Bahnhofsgebäude wurde eine Ladehalle mit Laderampe für den örtlichen Güterverkehr von landwirtschaftlichen Produkten u.a. angebaut. Auf der Laderampe wurde noch bis zur Schließung in den 1980er Jahren ausrangierte landwirtschaftliche Geräte verladen (siehe Bilder unten), wie alte Traktoren, Mähdrescher, Heuwender und andere Geräte durch den Viehhändler Rahe aus Greifenberg.

Als der Bahnhof und die Güterverladung geschlossen wurde, sind die letzten alten landwirtschaftlichen Geräte in Geltendorf verladen worden. Das Ladegleis war mit einer Höhenmeßeinrichtung ausgestattet. Auch Lebendvieh wurde in den früheren Jahren durch die Viehhandlung Rahe verladen. Da sich in der Nähe vom Bahnhof die Besamungsstation Greifenberg befindet, wurden auch eingefrorene Samen der Bullen in speziellen Behältern mit der Bahn versandt.

(Bild oben: Verladerampe in Betrieb - Versand von alten landwirtschaftlichen Geräten)

Da dieser Bahnhof von Seiten der Bahn jedoch nicht rentabel war, wurde er 1984 geschlossen. Im Dezember 1996 wurde auf dem stillgelegten Bahnhof Greifenberg der Bahnsteig so sang und klanglos nach einer Anfrage zu Wiedereröffnung durch die gemeinde Greifenberg entfernt. Somit wurde die Chance auf eine Wiedereröffnung, das die Gemeinde Greifenberg mit Ihrem amtierenden Bürgermeister Josef Förg wollte, in weite Ferne gerückt. Doch bis Dato hat sich das Wohngebiet um den Bahnhof mit Pendlern erheblich vergrößert, so das eine Reaktivierung nichts mehr im Wege steht.

Im Bahnhof kehrt wieder Leben ein:

Nun ist wieder Leben im Bahnhof Greifenberg eingekehrt. Heute wird der Bahnhof Greifenberg gewerblich genützt. Mehr demnächst. Inzwischen hat auch im Januar 2005 die Gemeinde Greifenberg Interesse am Bahnhofsgebäude. Es soll für 200.000 Euro gekauft werden.

Noch Heute erinnern sich die damaligen Fahrdienstleiter wie z.B. Anton Giggenbach an die schöne Zeit am Bahnhof Greifenberg, der idyllisch neben dem Flüßchen Windach liegt. Das einzige was etwas ungewöhnlich am Bahnhof Greifenberg war, ist, daß das Dienstgebäude sehr Nahe an den Bahngleisen sich befand (siehe Foto mit 628er Triebwagen). Hier wurde es schon manchmal eng, wenn Fahrgäste aus den Zügen an dieser Stelle ein und ausgestiegen sind.

(Bild oben: Bahnhof Greifenberg im Jahre 2000)

Rund um den Bahnhof:
Der Bahnhof war beim Bau 1898 sehr weit außerhalb der Gemeinde Greifenberg gelegen (ca. 1 Kilometer), so daß sich im Zuge der Jahre um den Bahnhof eine neue Siedlung entstanden ist, die den heutigen Namen Neu-Greifenberg trägt, aber zur Gemeinde Greifenberg gehört.

Vom Baustil her, mußten um die Zeit als der erste Bahnhof gebaut wurde, noch zwei Wohnhäuser im typischen Heimatstil im westlichen Bereich des Bahnhofes erbaut worden sein. Der Ortsteil Neu-Greifenberg entstand im wesentlichen süd-östlich der Bahnlinie und erfuhr erst in den Jahren 1962 durch die neuen Wohnanlagen an Bedeutung. Auch in den Jahren 1999/2000 kann ein reger Bauboom um den Bahnhof beobachtet werden, so daß man sagen kann, diese ehemalige Haltestelle sollte wieder Reaktiviert werden. Auf einer Satellitenaufnahme von ca. 2003 kann man im Bereich des Bahnhofes Greifenberg ca. 145 Häuser erkennen.

Gleich neben dem Bahnhof befindet sich auch heute noch ein Fußgängertunnel unter den Bahngleisen hindurch, durch die man in den 60er Jahren entstandene Siedlung gelangt. Zum Bahnsteig hin findet man noch die alte Absperrung und der am Bahnsteig entlang aufgestellte Jägerzaun zerfällt langsam aber sicher in sich zusammen, der damals die wartenden Fahrgäste davor schützte, daß keiner die Böschung hinunter fällt in das Flüßchen Windach, das unterhalb des Bahnsteiges vorbei fließt.

Am Bahnhof Greifenberg ging einst die ehemalige alte Bundesstraße 12, mit ihren herrlichen Alleebäumen, vorbei. Heute überquert die A96 mit ihren Lärmschutzwänden die Gleise der Ammerseebahn.
Am Bahnhof befindet sich noch heute das Gasthaus mit Pension Bader (Tel: 08192/569), eine recht nette urige Wirtschaft direkt neben dem stillgelegten Bahnhof (warmes Essen leider nur für Pensionsgäste?, selbst erlebt).

(Bild oben: Bahnhof Greifenberg im März 2003)

Fazit:
Eine Wiedereröffnung des Bahnhofes oder Haltepunkt würde sich Heute wieder rentieren, da sich um den Bahnhof immer mehr Leute ansiedeln, die zu der Kategorie "Pendler" gehören. Momentan werden wieder Versuche zur Reaktivierung unternommen.

Kurioses um den Bahnhof Greifenberg:
Auf vielen Bahnhöfen der DB-Direktion Kempten befinden sich aktuelle Fahrkartenautomaten, an denen kann man noch Fahrkarten zu den stillgelegten Bahnhöfen Greifenberg (Oberbayern) und Kaltenberg (Oberbayern) kaufen. Beide Bahnhöfe sind bereits seit 1984 bzw. 1985 stillgelegt und kein Zug hält seitdem mehr an diesen Bahnhöfen. Auch Fahrkarten zu den S-Bahnhöfen Türkenfeld und Grafrath kann man an diesen Automaten auch noch lösen. So kostete im Jahre 1999 die Fahrkarte (Einfach) z.B. von Füssen nach Greifenberg 24,60.- DM.

(Bild oben: ehemaliges Toilettenhaus - westlich vom Bahnhof)

 

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