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Ammerseebahn Kbs 985

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Einstellung Fahrkartenverkauf im Bahnhof Schondorf

Zum 31.Mai 2016 wird der Fahrkartenverkauf am Bahnhof Schondorf eingestellt.

Fahrkarten können in Kaufering, oder im Reisebüro Weltenbummler in Türkenfeld bezogen werden.

Oder in den Zügen der BRB, was sehr leicht ist.

Oder im Internet bei der BRB oder DB

Angaben lt. Aushang am Bahnhof Schondorf

 

Wichtiger Hinweis

 

 

Zugschild Alwin Reiter
Abschiedsfahrt Zuglaufschild
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Epfenhausen

BRB / transdev

Dieser Bahnhof wurde durch die Attraktivität der Ammerseebahn zwar nicht geschlossen, doch spielte er genauso eine wichtige Rolle im Bereich der Ammerseebahn.

bhf-epf1In einem Gesuch forderten 13 Gemeinden im Landkreis Landsberg/Lech eine Haltestelle bei der Ortschaft Epfenhausen, die nach ihrer Meinung mit nur geringen Veränderungen des Bahnkörpers und daher mit geringen Kosten errichtet werden konnte. Um ihre Forderungen Nachdruck zu verleihen, führten sie die Einwohnerzahl ihrer Gemeinden (zusammen 4.526 Personen) an und verwiesen auf den nicht unbeträchtlichen Personenverkehr, den sie für Epfenhausen erwarten. Die Gemeinden erklärten, daß die Ablehnung ihrer Forderungen teuer käme als die Errichtung der Haltestelle, da man dann die Verbindungsstraßen zu den nächstliegenden Stationen verbessern müßte. Die Haltestelle Epfenhausen wurde genehmigt (Bay HStA VAN 33189, Bl.61, 13.10.1871 und Bl. 70, 5.12.1871).

Ein großes Hindernis stellte die Überquerung des Lechtales dar. In Landsberg erwies sich die Überquerung schwieriger als ein paar Kilometer nördlich, zwischen Epfenhausen und Kaufering. So entstand zwischen den Bahnhöfen Epfenhausen und Kaufering ein Brückenbauwerk mit einer Länge von 114 m, das als längstes auf der Allgäu-Bahn zu verzeichnen ist. Davor mußte ein 2 Kilometer langer und 15 m tiefer Einschnitt, sowie ein 2 Kilometer langer, 22 m hoher Damm aufgeschüttet werden. Während des II. Weltkrieg hatte man jeden Tag Angst, daß die Eisenbahnbrücke über den Lech in die Luft gesprengt werden konnte, doch sie blieb ohne Schäden. Am 27. April 1945 rollten die Amerikaner mit ihren Panzern über die Eisenbahnbrücke über, da alle anderen Brückenbauwerke über den Lech zerstört waren.

bhf-epfeÜber den vorher genannten 15 m tiefen Einschnitt am Bahnhof Epfenhausen ist im Sagen und Legendenbuch des Landkreises Landsberg folgendes zu lesen:

Der Bahnhof Epfenhausen steht am Geburtsort vom Hl. Rasso (Kirche in Grafrath). Lange Wallfahrten die Lechrainer (Lechrain ist das Gebiet von Füssen bis nach Augsburg, entlang des Lech) zu dieser Stätte da es in der Sage einen geschichtlichen Kern hat. Der gedachte Burgsel (Burgberg, Burgstall oder Burgstelle) heißt jetzt Kirchberg. Bei Erbauung der Bahnlinie München-Lindau wurde in diesem Berg ein tiefer Einschnitt gemacht und der Platz für den Bahnhof Epfenhausen mit viel Mühe ausgeweitet. Bei diesen arbeiten kamen im Jahre 1871 menschliche Skelette mit Schwertern, Schildbuckeln und Tonperlen zutage. Es liegt die Vermutung nahe, daß hier die Stammburg der Rorbacher, eines am Lechrain in den frühesten Zeiten viel genannten, sehr angesehenen und reich begüterten Geschlechtes, sich erhob.

Aus "Sagen und Legenden zwischen Ammersee und Lech" von Bernhard Müller-Hahl

 
Epfenhausen_2004
Bild oben: Bahnhof Epfenhausen 2004

Zurück zum Bahnhof Epfenhausen um 1900

Der Bahnhof war ein stattlicher Bahnhof in der Königlichen Bayerischen Eisenbahnzeit (siehe Bild oben), der in den 30er Jahren grundlegend für militärische Zwecke umgebaut wurde, da im nahegelegenen Penzing ein Fliegerhorst entstand. Der Bahnhof hatte nach seinem Gebäudetyp die Bezeichnung "Station", wie z.B. Grafrath und Türkheim, dagegen war Schwabhausen nur eine "Haltestelle" (120 Quadratmeter mit den Maßen 10,90 x 10,90). Die besonderen Merkmale dieser Station ist der eingeschossige Bau, die rhythmisierte Anordnung von Fenstern und Türen, die Fenstereinfassungen aus einem hellen Stein und das Schmuckband unterhalb des Dachansatzes, das auf den Hauptseiten Uhren aufnahm, nicht aber in Epfenhausen. Die Stationen hatten eine Grundfläche von 188 Quadratmetern (17,40 x 10,80 Meter) bot Platz für sieben größere Räume pro Stockwerk. Im Erdgeschoß dienten drei den Stationsdiener als Wohnung; die übrigen wurden als Wartesaal, Expedition, Gepäckzimmer und Vorraum genutzt. Das Obergeschoß enthielt ein Assistentenzimmer und die Dienstwohnung des Expeditors.

Anschlußstelle_Penzing_Zeichnung

Vom Bahnhof Geltendorf fuhren bis Mitte der 80er Jahren noch Akku-Triebwagen der Baureihe ETA 515 nach Landsberg und Buchloe, die vielfach zusammen mit ihren Steuerwagen liefen. Damals hielten die ETA´s und VT 98 noch an den Haltestellen Schwabhausen (4 Kilometer westlich von Geltendorf) und Epfenhausen, als die Nahverkehrszüge noch von und nach Buchloe und Landsberg fuhren. 1986 wurde die Haltestelle Epfenhausen geschlossen, da der Bahnhof Unrentabel ist und zudem keine Unterführung zum anderen Gleis hatte, ist die Gefahr eines Personenunfalles in der heutigen schnellen Zeit zu groß.

karte_penzingAls in den 30er Jahren (vermutlich 1936, da die Schienen heute noch dieses Datum tragen) der Flugplatz Penzing gebaut wurde, legte man vom Bahnhof Epfenhausen ein Gleis in den Fliegerhorst Penzing, daß damals die Kampfflugzeuge beherbergte und die mit Nachschub beliefert werden mußten. Heute (2000) sind die Transportmaschinen vom Typ "Transall C160" des LTG 61 (Lufttransportgeschwader 61) und die Hubschrauber Bell UH 1D stationiert. Die Transall-Staffel des LTG 61 werden im Volksmund auch "Die fliegenden Engeln" bezeichnet.

Während des Krieg wurde die Strecke für einen nicht guten Zweck mißbraucht. In dieser Zeit wurde auch das Bahnhofsgebäude im Stil der 30er Jahre umgebaut, dieser Baustil ist heute noch vorhanden und auf der Zufahrt fällt einem sofort dieser Baustil auf. Erst nach dem Krieg, als es wieder eine Bundeswehr gab, wurde das Gleis für Materialtransport, Gefahrengütertransport (Flugbenzin) und den Personenverkehr wieder genützt. Beim Personenverkehr fuhren VT98 (Schienenbus) von Geltendorf in den Fliegerhorst Penzing, die im Bahnhofsbereich von Epfenhausen von der Allgäubahn auf das Bundeswehrgleis wechselte. Wann dieser Dienst eingestellt wurde, ist nicht mehr bekannt. Während meiner Wehrzeit in Penzing (1978) war dieser Service nicht mehr in Betrieb.

Noch heute existieren im Bahnhofsbereich von Epfenhausen mehrere Weichen, so daß man regen Rangierbetrieb durchführen kann um den Fliegerhorst jederzeit mit Material beliefern zu können, oder auch eine Stichbahn nach Landsberg-Ost zu realisieren, aber das ist Zukunftsmusik oder gar Utopie - aber es wäre eine Überlegung wert. Damals gab es ja auch schon den “Gams-Bock-Express zum Fliegerhorst. Noch heute befinden sich ein großer Gleisbereich, der südlich, ja fast an der A96 endet.

Gamsbockexpress

Am Bahnhof von Epfenhausen kann man große Verladeflächen sehen, die der Bundeswehr, sowie der Landwirtschaft zugutekommen. Der Bahnhof hat 4 Gleise, wobei ein Gleis das Ladegleis und das andere das sogenannte "Bundeswehrgleis" nach Penzing ist. Das Bundeswehrgleis folgt der Allgäu-Bahn parallel bis nach der Unterführung der Kreisstraße Epfenhausen/Untermühlhausen. Nach dieser Unterführung zweigt das Bundeswehrgleis nach Süden zur Kaserne ab. Nachdem mehrere unbeschrankte Bahnübergänge und Flureinschnitte durchfahren sind, kommt man am Westtor der Kaserne an. Nach mehrmaligem Pfeifen werden die mit Stacheldraht gesicherten Tore zum Kasernengelände geöffnet. Im Kasernenbereich gibt es mehrere Gleise, eines davon führt im östlichen Teil an der Start/Landebahn vorbei zu einem Lager im südlichen Teil des Fliegerhorstes.

Man darf auch nicht verschweigen, daß auf diesem Gleis auch viele Hilfsgüter für die hungernden Menschen in Afrika und andere arme Länder angeliefert wurde, die in die Transportmaschinen (Transall) verladen wurden.

Heute werden diese Hilfsgüter mit dem LKW zum Verladen in die Transall angeliefert.

Gegenüber dem Bahnhofsgebäude von der Straßenseite befindet sich aus Schienen gebastelt eine Stange, an der man zur damaligen Zeit die Tiere angebunden hatte, bevor sie an dieser Station verladen wurden.

Im Frühjahr 2002 (März-April) erwachte der Bahnhof Epfenhausen wieder aus seinem Dornröschenschlaf. Zu dieser Zeit wurden Umbauarbeiten an den Gleisanlagen im Bahnhofsbereich, sowie davor und danach durchgeführt. So wurde eine Weiche, die vom Bahnhof Geltendorf aus bedient wurde, entfernt. Das Bundeswehranschlußgleis für den Fliegerhorst Penzing bleibt weiter bestehen und wird weiterhin von Kaufering aus bedient.

Für 2005 steht eine Übernahme an eine Privatperson bevor. Das Bahnhofsgebäude soll als Gewerbebetrieb mit Wohnung genützt werden. Jedoch stehen zum Ausbau noch einige Hürden im Weg, wie z.B.: Die Bodenschutz/Abfallbehörde Landsberg weist darauf hin, daß wegen der bahnspezifischen Vornutzung des Bahnhofsgelände der Boden mit Schlacke und Asche kontaminiert sein kann, das zum Bereich “Altlasten” gehört, die vorher Entsorgt werden müssen. Ich persönlich kann mir das nicht vorstellen, daß hier Dampfloks entschlackt worden, da sich im 2 Kilometer nahegelegen Kaufering ein Lokschuppen für Dampfloks befand mit all den dazugehörigen Entsorgungseinrichtungen. Der künftige Eigentümer des Bahnhofes Epfenhausen hat nachträglich noch im Januar 2005 die 831 Quadratmeter vom ehemaligen Ladegleis dazu erworben. Somit kann man jetzt um das Haus herumgehen und einen Zaun zum befahrenen Gleis erstellen. Die Gemeinde Penzing hat für diese Maßnahme ihre Zustimmung gegeben.

 

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