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Ammerseebahn Kbs 985

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Einstellung Fahrkartenverkauf im Bahnhof Schondorf

Zum 31.Mai 2016 wird der Fahrkartenverkauf am Bahnhof Schondorf eingestellt.

Fahrkarten können in Kaufering, oder im Reisebüro Weltenbummler in Türkenfeld bezogen werden.

Oder in den Zügen der BRB, was sehr leicht ist.

Oder im Internet bei der BRB oder DB

Angaben lt. Aushang am Bahnhof Schondorf

 

Wichtiger Hinweis

 

 

Zugschild Alwin Reiter
Abschiedsfahrt Zuglaufschild
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Utting

BRB / transdev

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Der Bahnhof Utting von einst bis jetzt

Bei der Eröffnung der Bahnlinie 1898 bestand der Bahnhof Utting noch aus einer Wellblechhütte, die später durch ein gemauertes Gebäude ersetzt wurde. Das erste gemauerte Gebäude um 1903 hatte die Norm-Grundmaße von 10x10 m mit einer angrenzenden offenen Wartehalle mit zwei Eingängen. Nach der offenen Wartehalle kam wieder ein gemauert Teil, indem sich die Toiletten (im Originalplan "Aborte") befanden. Der Güterschuppen wurde zugleich mit dem Bahnhof gebaut. Bei diesem Gebäude hat sich bis zur heutigen Zeit nichts geändert. Um 1903 stand der Bahnhof samt Güterschuppen und der Bahnhofswirtschaft noch auf einem freien Feld zwischen Ortschaft und Anlegestelle am Ammersee. Lediglich am See gab es einige Häuser, dazu gehörte auch schon das Haus am Bahnübergang, in dem sich heute die Gemeindeverwaltung befindet.

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Im Jahre 1936/37 wurde das Hauptgebäude vom Bahnhof grundlegend Verändert. Auf der Nordseite wurde ein ca. 4m langes Gebäudeteil dazu gemauert, so das der Fahrdienstleiter- und der Stellwerkraum vergrößert, bzw. unter Dach waren. Der Fahrdienstleiter mußte nicht mehr vor das Stationsgebäude gehen und war somit nicht mehr dem Wind und Regen ausgesetzt. Im Fahrdienstleiterraum an der Decke kann man noch jetzt die ehemalige Außenmauer erkennen, die jetzt als Sturz verwendet wird. Ein Teil der offenen Wartehalle wurde nun ein geschlossener Warteraum, so wie er heute noch vorzufinden ist mit seinen zwei Eingangstüren, damit sich die Fahrgäste, die auf den Zug hetzen, nicht mit den anderen in Konflikt geraten.

ammeutt1Zwischen den beiden Türen befindet sich eine wunderschöne Wandmalerei, die oberhalb mit einer schönen Uhr den Warteraum gemütlich macht. Heute ist die Uhr leider nicht mehr vorhanden. Ebenso befand sich links und rechts der Eingangstüre zur Sommerhalle - von der Straßenseite her - eine Malerei, so wie sie heute noch am Bahnhof Diessen existiert. Der Bahnhof lag bei der Eröffnung noch etwas außerhalb der Ortschaft Utting, lediglich die Gaststätte "Wittelsbacher Hof" existierte. Später entwickelte sich die Ortschaft bis zum Bahnhof hin, so daß heute der Bahnhof sich im Ortsbereich von Utting befindet. Heute ist die Bahnhofstraße eine kleine Prachtstraße, in der man von Geschäft zu Geschäft bummeln kann, auch Banken und Behörden ließen sich hier nieder. Der Bahnsteig von Utting ist bereits mit moderner Bahnsteigbeleuchtung ausgestattet. Auch das ganze Umfeld am und um den Bahnhof zeigt einen charakteristischen ländlichen Bahnhof, in dem Dampfsonderfahrten voll zur Geltung kommen würden.

Zusätzliche Gebäude

Das angrenzende Gebäude im nördlichen Teil diente schon von jeher als kleine Imbiss-Stube. Das angrenzende Gebäude im Südteil diente als Übernachtung für die Lokführer. An dieser Übernachtung grenzte die Waschküche und Holzlege für die Bewohner des Bahnhofes.

Signalanlage

Im Bahnhof Utting, der sich an der Kilometermarkierung 33,2 befindet und ein Kreuzungsbahnhof ist, waren noch lange die mechanischen Signalanlagen und Schrankenanlagen in Betrieb, die aus der Einheitsbauart von 1937/38 stammen. Inzwischen wird bereits die Weiche 6/7 elektrische gestellt. Die Flügelsignale werden zwar noch mit Seilzug gesteuert, jedoch wurden diese im Jahre 1999 von Gasbetrieb auf elektrischen Betrieb umgestellt. Das Spannwerk mit den Gegengewichten liegt in einem ca. 4 m hohen Keller unterhalb der Bedienarmatur für die Signale und Weichen.

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Außerhalb vom Bahnhofbereich liegende Signale werden durch Solarzellen eingespeist. Auch der Bahnübergang am Bahnhof wird bereits seit 1984 mit einer zusätzlichen Blinklichtanlage gesichert und die Schranke wird elektrisch betrieben. Dieser Bahnübergang wird noch zusätzlich von einer Farbkamera überwacht, wobei der Monitor beim Fahrdienstleiter steht. Weiter wird an einem ehemaligen Schrankenposten, südlich des Bahnhofes bei Kilometer 34,8 durch eine Halbschranke mit Blinklicht gesichert. Anfang 2000 wurde der Bahnhof mit neuer Indusi ausgestattet, dabei mußten für die Loks mit Schneeräumer zusätzlich Schilder angebracht werden, damit das Schneeräumschild im Bereich der Indusi gehoben wird. Die Signalanlagen wurden Jahrzehnte lang von Karl Preisendörfer, Konrad Stork und andere Kollegen von der Bahnmeisterei Geltendorf gewartet und gepflegt. Nach der Wartung durfte kein Tropfen Öl oder Staub in den mechanischen Gestängen liegen, so Oberwerkssignalmeister Karl Preisendörfer. Für Lehrbub Erich Metzger war die Ausbildung bei diesen Lehrmeistern sehr hart, so Metzger persönlich zum Webmaster.

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Im August 2009 wurde mit dem Bau des elektronischen Stellwerks im Warteraum von Utting begonnen, wo ab 28.11.2009 der Bahnhof Dießen gesteuert wird.

Güterverkehr Bf Utting (Baujahr 1899)

Im südlichen Teil des Bahnhofes befand sich das Ladegleis mit Güterhalle, wobei das Ladegleis noch teilweise genützt wird, aber die Schienen zur noch vorhandenen Güterhalle sind bereits entfernt. Die Weiche zum Ladegleis könnte noch manuell mit der Hand bedient, wobei sich noch der Stellhebel am südlichen Ende des Bahnsteiges befindet, leider wurde auch dieses Abstellgleis inzwischen stillgelegt.

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Von Utting aus wurden verschiedene Güter versendet, oder empfangen, so wie z.B. die Gärtnerei Streicher aus Utting. Ihre Waren wurden mit Pferdefuhrwerken oder mit der Bahn versandt, ja sogar bis Garmisch wurde per Bahn geliefert. Aber nicht nur landwirtschaftliche Güter wurden versandt, auch Boote. In der 1910 gegründeten Steinlechner-Werft, die sich etwa 100 Meter vom Bahnhof entfernt befindet, wurden von Auftraggebern nicht nur aus dem süddeutschen Raum, sondern auch aus Norddeutschland, Rumänien und Ungarn Schiffe gebaut, die dann per Bahn abtransportiert wurden.

Da ein Versuch den Müll aus dem nahegelegenen Hofstetten (Kreismülldeponie) mit dem LKW nach Utting auf das stillgelegte Dykerhoff&Widmann-Gelände zu transportieren und dann mit dem Zug nach Augsburg zur Verbrennungsanlage zu transportieren fehl geschlagen ist, wurde Mitte Juni 2000 die Weiche zu dem Areal entfernt. In den besten Jahren des Betonwerkes wurden Betonteile von Utting mit der Bahn bis Bremerhaven gefahren und dort auf Schiffe verladen, die diese Waren in den Orient transportierten. Oft hatten die Züge über 1500 Tonnen und mußten die Waggons auf der Fahrt nach Geltendorf in Schondorf getrennt werden, damit die 52er Dampflok die Steigung zwischen Bf. Greifenberg und St. Ottilien schaffte. Es gab Lokführer, die Ihre 52er kannten, wußten, daß eine bestimmte 52er aus Augsburg die Steigung mit den Gesamten 1500 Tonnen schaffte. Diese 52er konnte man weithin hören und man hatte das Gefühl, jetzt bleibt sie jeden Moment stehen, doch dies war mit dieser 52er nie der Fall. Des Weiteren wurde noch Lebendvieh verladen, wobei die Viehhändler aus der näheren Umgebung die Tiere an den Bahnhof getrieben, bzw. gefahren haben. Es gab nicht nur Viehhändler, auch Viehhändlerin, die Tiere am Bahnhof verladen haben, die entweder nach München (Südbahnhof) gingen, oder gar ins Ausland geliefert wurden. Die Viehhändler waren urige Typen. Einer hatte nur einen Zahn und die Viehhändlerin demolierte einen Schrank im Bahnhof, da der Untergrund unter ihren Füßen nicht fest war (Rausch).

An der Weiche zum Abstellgleis am Bf. Utting kann man noch die verschiedenen Profile der Gleise sehen, die aus dem Jahre 1930 stammen und mit den Gleisen aus den Jahren 1962 verbunden sind.

Rund um den Bahnhof

Im September 1996 bekam der Uttinger Bahnhof einen neuen Anstrich (ocker/gelb) sowie weitere 6000 Bahnhöfe bei der DB, so dass es aussieht, als würde es mit der Ammersee-Bahn bergauf gehen. Doch leider machen sich immer wieder Stilllegungsgerüchte breit.

 bhf-utt4Was man heute entlang der Ammerseebahn viel sehen kann, das sind Jugendliche, die mit den Zügen auch außerhalb der Schulzeit fahren. Auch so manche ältere Damen und Herren aus der näheren Umgebung, wie z.B. Frau Ackermann aus Geltendorf, fahren mit dem Zug an den Ammersee (ca. 15 Kilometer) und unternehmen anschließend noch eine Schifffahrt auf dem Ammersee.

Im Februar 1997 wurde vom Gemeinderat Utting beschlossen, daß die Toiletten im Bahnhof für 75000.- DM saniert werden sollen. Die Sanierungskosten werden von der Gemeinde bezahlt und für den weiteren Unterhalt kommt die Bahn AG auf. Die Toiletten sind hell und freundlich gestaltet.

Der Bahnhof Utting ist auch noch mit einem Fahrdienstleiter oder -leiterin, die auch die Schranke und Fahrkartenschalter bedienen, besetzt, da in Utting bis Ende 2002 an den Wochenenden Kreuzungen zweier RE´s stattfanden. Ab und zu kann man mal eine Fahrdienstleiterin (Ulrike) mit einem Hund (Oskar) auf dem Bahnsteig sehen, das den Kindern, die in oder von der Schule fahren, jedes Mal begeistert.

Tourismus

Der Bahnhof Utting ist ein netter kleiner idyllischer Bahnhof an der Ammerseelinie. Auch hier ist man nach einigen Schritten am See und Dampfersteg, wie in Riederau. In Utting kann man gleich nach dem Verlassen des Bahnhofes die Gleise in einem Fußgängertunnel unterqueren. Gegenüber dem Bahnhof befindet sich das Hotel "Wittelsbacher-Hof - Tel: 08806/9204-0 - mit seiner herrlichen Fassade und beim Dampfersteg befindet sich noch eine Gaststätte, von der man das rege Treiben auf dem See beobachten kann. Wegen der verkehrsgünstigen Lage von Utting durch die gute Anbindung der Ammerseebahn und einer Staatsstraße, ist Utting zu einem bedeutenden Ort im Landkreis Landsberg geworden. Utting war seit der Eröffnung der Bahnlinie sehr am Fremdenverkehr interessiert, daß sich in den folgenden Jahrzehnten sehr stark entwickelte und Utting zu einem touristischen Ausflugsziel machte. Vom Bahnhof Utting kann man herrliche Wanderungen oder Schiffsfahrten unternehmen. Am 02.03.1997 fuhr ich (Homepageschreiber) mit der Bahn von Geltendorf nach Utting. Von dort ging es zu Fuß Richtung Riederau, vorbei an Holzhausen, ein malerischer Winkel an der Ammerseebahn. Dieser Weg führt immer zwischen der Ammerseebahn und dem Ammersee entlang. Bei leichten Ostwind kann man die S-Bahn von dem gegenüberliegenden Seeufer (Herrsching) hören, wenn die S-Bahn gen München fährt oder kommt. In Riederau führt der Weg wieder entlang der Bahn und dem See zum Strandbad St. Alban. Von dort führt ein schöner Weg, vorbei am Kloster und Kinderheim St. Alban, bis nach Dießen. Die Wegezeit dieser Strecke beträgt ca. 2 Stunden. Von Dießen fuhr ich wieder mit der Bahn zurück nach Geltendorf. Natürlich darf in Utting der Besuch der "Alten Villa" nicht fehlen - näheres auf der Homepage: "Alte Villa"

Mit einer Fragebogen-Aktion haben der Agenda-Arbeitskreis Tourismus und der Uttinger Fremdenverkehrsverein die Gäste nach ihrer Meinung gefragt. Dabei kam heraus, daß 77,6 % besonders zufrieden sind. 86,5 % fanden das gastronomische Angebot gut; 82,1 % zeigten sich mit dem Freizeitangebot zufrieden. Die Landschaft, die Ruhe, die Wanderwege und die netten Leute in Utting haben den Urlaubern besonders gut gefallen.

Für die Anfahrt nach Utting mit der Bahn müssten die Verbindungen besser sein und die Züge der Ammerseebahn pünktlicher fahren - so stand es im Landsberger Tagblatt (Teilauszug) Anfang September 2000.

Das dunkle Kapitel der Ammerseebahn in Utting

Am Bahnhof Utting war schon immer ein reger Güterverkehr in den früheren Jahren durch das Betonwerk Dyckerhoff &Widmann zu verzeichnen (das Betonwerk wurde 1996 geschlossen). Besonders in den Kriegsjahren 1944 bis 1945 wurden in dem Betonwerk von Utting die Fertigteile für die Inneneinrichtung des Rüstungsprojekt "Ringeltaube" "Diana II" und Walnuß II", die sich in Landsberg/Lech und Kaufering, sowie Igling befinden, vorgefertigt und dann mit der Bahn abtransportiert. Dieses Projekt ist eine Bunkeranlage zur Herstellung von grausigen Kriegswaffen (Kampfflugzeuge ME 262 usw.). Die Anlage in Landsberg wurde von den Gefangenen, meist Juden, aufgebaut. Auch in Utting befand sich ein Lager für jüdische Zwangsarbeiter, die gezwungenermaßen bei der Fertigung der Betonteile eingesetzt wurden. Das Lager X in Utting wurde schon am 15.04.1945 aufgehoben. Heute ist lt. Aussage von Juden bewiesen, dass das Lager in Utting einer der menschlichsten KZ von allen war. In Utting waren an die 500 Juden zur Produktion von Betonteilen eingesetzt, davon sind aber 27 gestorben (Angaben stammen aus dem jüdischen Friedhof in Utting) und man kann dann aber nicht mehr vom menschlichen KZ reden. Auch die Bevölkerung hatte viel Mitleid mit den Gefangenen. Für den Abtransport der Inneneinrichtung wurde auf das Transportmittel "Eisenbahn" zurückgegriffen. Deshalb gab es auch ein Werksanschlußgleis zur danebenliegenden Firma, das heute noch besteht, aber von der Natur überwuchert wird (die Weiche wurde im Jahre 2000 entfernt). Bei der Ankunft der Häftlinge in Utting, waren alle erstaunt über die blitzsaubere Landschaft. Nirgendwo lag Papier .... sogar die Bahngleise waren sauber (Solli Ganor in seinem Buch "Das andere Leben"). Nun dies war Geschichte und wird hoffentlich in der heutigen Zeit nie wieder vorkommen. Man muß noch eindringlich darauf hinweisen, daß in Utting keine KZ-Häftlinge erschlagen worden sind, hier wurde das Konzept "Freiheit durch Arbeit" umgesetzt, lt. Abba Naor, der im Mai 2000 die Stätte seiner schlimmsten Zeit im Leben besuchte. Er sagte auch: " Ich habe die Uttinger als Menschen in Erinnerung", und "Utting habe ich in guter Erinnerung". Als am Sonntag den 29. April 1945 die Amerikaner in den Ort einrollten, nahm der Spuk sein Ende und es kehrte wieder Frieden und das normales Leben (nach Abzug der Franzosen) ein.

 Im Jahre 2005 wurde in der Nähe des Außenlager X das 21. Mahnmal »Der Todesmarsch« eingeweiht.

Bekannte Personen und der Bahnhof Utting

Utting war schon immer Anziehungspunkt für Dichter, Künstler und Schriftsteller sowie Maler. Einer dieser Künstler war der Schriftsteller und Regisseur Bertolt Brecht, er lebte für eine kurze Zeit in Utting (08.08.1932 Anwesen Nr. 100) und zog dann nach Schondorf, lebte dort vom 11.08.1932 bis 28.02.1933. Brecht genoss dabei die Natur am Ammersee. In der Zeit wo Bertolt Brecht in Augsburg wohnte, fuhr er oft mit den sogenannten "Badezügen" an den Ammersee, um dem Dickicht der Großstadt zu entkommen. Vielleicht liegt es gerade an dieser guten Bahnverbindung zu seiner Heimatstadt Augsburg, daß sich Eugen Bertolt Friedrich Brecht - wie der große deutsche Schriftsteller und Regisseur mit vollem Namen hieß.

Ein weiterer bedeutender Mann war Dr. Richard Bastian, der als leitender Ingenieur am Ausbau europäischer Häfen beteiligt war und das Profil der Eisenbahnschiene entworfen hat. Sein Sohn Claus Bastian (geboren am 23.3.1909, gestorben 26.6.1995 in München) war der erste Häftling im KZ Dachau, durch seine Mitgliedschaft in der KPD. Claus Bastian wurde am 3.3.1933 in seiner Studentenbude verhaftet und kommt auf Umwegen über die Ettstraße, Stadelheim (beide München) nach Landsberg wo er am 22.3.1933 mit dem ersten Transport in die stillgelegte Pulver- und Munitionsfabrik bei Dachau kam. Auf der Fahrt von Landsberg nach Dachau erlebte er während der Rast in einem Waldstück bei Greifenberg, wie zwei seiner Mitgefangenen ohne Vorwarnung auf der Flucht erschossen werden.

Bastian wird als erster Häftling mit der “Nr. 1” in Dachau registriert.

Auch ein beliebter bayerischer Volksschauspieler lebte am Ammersee, +Maxl Graf, ihn konnte man ab und zu am Bahnhofskiosk antreffen, wo er seine Zeitung und Zigaretten kaufte.

Im benachbarten Holzhausen, der auf treiben der dort ansässigen Künstler keinen Bahn-Haltepunkt bekam, lebte der Simplicissimus-Zeichner Eduard Thöny. Da immer eine Zeichnung pro Woche nach München gesandt werden mußte, kam es ab und zu vor, daß Frau Thöny am Bahnhof Utting anrufen mußte um den Zug zu stoppen, damit Sohn Michael Thöny das Bild noch mit dem Zug mitsenden konnte. Frau Thöny meldete sich am Bahnhof mit den Worten: "Haltn´s den Zug auf, da Michi kummt glei mit da Zeichnung"

Aufruf: Wer noch mehr solche Geschichten weiß die hier Veröffentlicht werden sollten, so soll er mir ein Mail zusenden - Vielen Dank im Voraus.

Kurioses

Als am Bahnhof Utting in den 70er Jahren die Weichen ausgetauscht wurden, kam der Schotterzug von der falschen Seite angefahren (von Schondorf). Da es keine andere Möglichkeit gab, mußte der Zug umgesetzt werden auf die südliche Seite (von Riederau). Dabei mußte der Zug von Utting nach Geltendorf, weiter nach Kaufering fahren. Lok umsetzen und auf der Fuchstalbahn nach Schongau fahren. Von dort über die Pfaffenwinkelbahn über die Steilstrecke von Hohenpeißenberg nach Weilheim und von dort wieder auf die Ammerseebahn nach Utting. Dabei kam es zu einer Zeitverzögerung bei Weichenumbau von über zwei Stunden.

Neuigkeiten aus dem Bahnhof Utting

Bahn schließt Ladestation

Die Verladestation am Uttinger Bahnhof wird geschlossen. Dies hat die Deutsche Bahn mit einem Schreiben im April 1997 an die Gemeinde Utting angekündigt. Begründung: Die nötigen Investitionen stünden in keinem Verhältnis zum erwarteten Erlös. Nach Angaben der Deutschen Bahn werden nach der Schließung des Dyckerhoff-Werk (Betonwerk) im vergangenen Jahr praktisch keine Güter mehr umgeschlagen. Einen Abriß der überflüssigen Gleisanlagen wird es jedoch nicht geben. Sollten Schienentransporte in Zukunft durch die Ansiedlung anderer Gewerbebetriebe wieder Aktuell werden, sei nicht auszuschließen, daß die Ladestation wieder geöffnet werde, heißt es in dem Schreiben. Im Oktober 1997 wurde die Ladestation bereits wieder benützt für Hilfstransporte, die über die Schiene nach Ex-Jugoslawien gingen.

Angefangen hatte alles mit der Eisenbahn. Als vor etwa 100 Jahren die Bahnlinie Augsburg-Weilheim fertiggestellt wurde, ging es los mit dem Tourismus am Ammersee.

Ganze Sonderzüge mit Sommerfrischlern kamen aus der Stadt nach Utting, um sich am See zu erholen. Unter ihnen auch Bert Brecht, dem heute ein Weg in Utting gewidmet ist. Die ersten Gasthäuser entstanden deshalb auch an den Bahnhöfen - die ankommenden Tagesgäste wollten schließlich versorgt sein.

Noch ein paar Jahre früher hatten die Künstler Utting entdeckt. Matthias Gasteiger und seine Frau Anna Sophie hatten sich im Ortsteil Holzhausen angesiedelt, Künstlerkollegen wie Fritz Erler, Walter Georgi und Adolf Münzer folgten nach. Die Gasteiger-Villa am Ufer des Ammersees mit ihrem beeindruckenden Park ist heute noch gut erhalten und Sonntagnachmittags für Besichtigungen geöffnet. Für Trauungen gibt das Anwesen ein ganz besonderes Ambiente.

Ort mit Bedeutung

Früher war Utting ein kleines Dorf. Vor knapp 200 Jahren gab es 140 Haushalte, Bauern, Fischer und verschiedenste Handwerker lebten hier. Heute hat sich Utting mit mittlerweile 3600 Einwohnern zu einem der bedeutendsten Fremdenverkehrsorte am Ammersee entwickelt.

Mit dem Auto kamen dann die Veränderungen und damit die Massen. Trotzdem zog die Ammersee-Gemeinde hauptsächlich Individualurlauber an, die Natur, Kultur und Ruhe suchten. Und daran hat sich bis heute wenig geändert.

Der Summerpark am Seeufer mit Skulpturenausstellungen lädt zum Spaziergang oder Picknick ein, in verschiedenen Segelschulen kann man sein Können verbessern. Bei Dampferfahrten über den See und Wanderungen auf dem Ammersee-Höhenweg kann man die Schönheit der Landschaft genießen. Erholung pur bekommen Touristen und Einheimische beim Angeln und Baden. Das Staatsgestüt im Ortsteil Achselschwang ist für seine Reitveranstaltungen, besonders die jährlichen Military-Meisterschaften, und seine Melkerschule bekannt.

Sonderveröffentlichung aus dem "Landsberger Tagblatt" vom 11.06.1999

 

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