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Ammerseebahn Kbs 985

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Einstellung Fahrkartenverkauf im Bahnhof Schondorf

Zum 31.Mai 2016 wird der Fahrkartenverkauf am Bahnhof Schondorf eingestellt.

Fahrkarten können in Kaufering, oder im Reisebüro Weltenbummler in Türkenfeld bezogen werden.

Oder in den Zügen der BRB, was sehr leicht ist.

Oder im Internet bei der BRB oder DB

Angaben lt. Aushang am Bahnhof Schondorf

 

Wichtiger Hinweis

 

 

Zugschild Alwin Reiter
Abschiedsfahrt Zuglaufschild
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Dießen

BRB / transdev

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Der Bahnhof liegt an der Kilometermarkierung 41,6. Im Jahre 1897/98 wurde die Bahnlinie zwischen Schondorf und Diessen erbaut, am 30 Juni 1898 dem Verkehr übergeben. Zum 23. Dezember 1898 war die Strecke von Dießen bis Mering durchgehend befahrbar. So bestand nun eine unmittelbare Verbindung von Augsburg und München zu den Orten des Westufers des Ammersees. Am Tag vor dem Heiligen Abend des Jahres 1898 wurde das erste Schienenroß auf allen Bahnhöfen mit Musik begrüßt. Der Fremdenverkehr stieg an. Diessen wurde nun ein wichtiger Umschlagplatz für Holz und eine Reihe landwirtschaftlicher Produkte, die aus der näheren Umgebung stammen. In diesem Bahnhof scheint die Zeit ein bisschen stehengeblieben zu sein. Seit 2002 steht der Bahnhof unter Denkmalschutz, bis 2008 lagen noch Schienen aus dem Jahr 1900 im Bahnhofsbereich mit Profil aus der Länderbahnzeit. Von 1898 bis 1902 stand am Bahnhof Diessen nur ein Provisorium, das dann nach Riederau verlegt wurde. Einer der ersten Bahnhofsvorsteher müsste Matthias Kneer gewesen sein, der 1930 starb und auf dem Diessener Friedhof beerdigt wurde mit dem Hinweis auf dem Grabstein: “Bahnhofsverwalter”.

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Bereits zum Winterfahrplan 1912/13 wurde die Bahn Hauptbahnmäßig betrieben, d.h. schnellere Züge, auch Eilzüge können Eingesetzt werden. Ausbauten wurden vorgenommen, vor allem bei den Ausweichgleisen, besonders im Bahnhof Dießen, da der Bahnhof in den ersten Jahren nur ein kleiner Bahnhof war. 1924 kam gegenüber dem Bahnhof ein Postgebäude hinzu, das von den Architekten Bramigk und Haberger erbaut wurde (jetzt geschlossen und zu Wohnungen ausgebaut). Als Dießen 1936 Schnellzugstation wurde (Olympiade 1936 in Garmisch u. Berlin), konnten die Fahrgäste von hier aus alle großen Städte nach Nord und Süd ohne Umsteigen erreichen. 1937 erklärte das Bundesverkehrsministerium die Ammersee-Westbahn zur Hauptbahn. 1938 erfuhren alle Bahnhöfe entlang der Ammerseebahn eine grundlegende Erneuerung. Durch die Erneuerung 1938 hat sich das Äußere des Bahnhofes nicht viel geändert. Lediglich der Vorbau für das Hebelstellwerk wurde an das Gebäude angebaut. Die Sommerhalle wurde leicht abgeändert.

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Lange Zeit stand am südlichen Ende des Bahnsteiges der Wasserkran für die Lokomotiven, der durch die gemeindliche Wasserversorgung gespeist wurde. Da sich der Hochbehälter ca. 40 Meter über dem höchstgelegen Haus von Diessen lag, war auf der Leitung oft ein starker Druck, so daß der Hahn vorsichtig geöffnet werden mußte, damit das Wasser nicht so stark in den Tender schoß. Vorher gab es einen Wasserkran nördlich vom Bahnhof. Auf der Ostseite der Gleise Stand ein kleines Wasserhaus (lt. Archivplänen VKM-Nürnberg). Wann dieses Abgerissen wurde, ist mir momentan nicht bekannt.

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Bis 1972 hatte der Bahnhof einen zweiten Fahrkartenschalter, der sich rechts vom heutigen Befand. Links vom noch bestehenden Schalter war die Paket- und Stückgutannahme. 1972 wurde der Warenverkehr über die Güterhalle eingestellt. Kam man früher am Bahnhof Dießen an, so wurde man mit einem “Herzlich Willkommen”-Schild am Bahnsteig begrüßt. Dieses Schild wurde 1980 zum letzten Mal durch den Malerbetrieb Junker restauriert.

Veränderungen Bahnhof Dießen

Eine große Veränderung erhielt der Bahnhof Diessen in den Jahren 2007/2008. Das Gebäude wurde zum 1. April 2007 an einen privaten Investor verkauft. Nach der Fertigstellung des Bahnhofsvorplatzes und des Busbahnhofes, wurden nun die Gleise mit dem alten Schienenprofil von 1900 gegen neue, inkl. Untergrund, ausgetauscht, der Bahnsteig wurde Ende 2009 etwas Richtung Norden verlegt. Im Dezember 2009 übernahm die BRB (Bayerische Regiobahn) den Betrieb auf der Ammerseebahn. Danach erfährt der Bahnhof Dießen einige Änderungen: Am 16.11.2009 wurde der erste Teil des neuen Bahnsteiges (Gleis 2) in Betrieb genommen. Ab 2011 soll der Bahnhof komplett umgebaut werden, jedoch schon ab 01. Dezember 2009 wird eine Postfiliale mit Fahrkartenverkauf und ein Reisebüro im Warteraum eingerichtet, da der Fahrkartenverkauf durch den Fahrdienstleiter bereits Mitte November 2009 eingestellt wurde. Lt. dem neuen Betreiber bleiben die alten Fliesen mit den Vogelmotiven bestehen. Im Zuge des Umbaus wurde auch eine neue Türe zum Warteraum eingebaut, die für den Postbetrieb notwendig ist. Das im Warteraum befindliche Modell der Waffenschmiede aus St. Georgen vom 2007 verstorbenen Diessener Künstler Arno Fischer wurde in die Aula der Carl-Orff-Volksschule umgesetzt. Im November 2009 ging auch der neue Überweg über die Gleise zum See in Betrieb, da auch der neue Bahnsteig 2 für Züge nach Weilheim in Betrieb ging. Am 28./29. November geht nach 111 Jahren der Dienst des Fahrdienstleiters zu Ende. Ab 29. November wird der Bahnhof Dießen elektronisch aus Utting gesteuert, wo im dortigen Warteraum ein elektronisches Stellwerk installiert wurde. In Diessen geht dieser Typ von Stellwerk zum ersten Mal in Betrieb - also Weltpremiere. Ebenso das mechanische Stellwerk im nördlichen Bereich wurde geschlossen, da auch die beiden Schranken aus Utting gesteuert werden. Alle mechanischen Hebelwerke wurden Anfang 2010 ausgebaut. Die Hebelbank wird Generalüberholt und dient als Ersatzteilspender für andere mechanischen Stellwerke. Die Toilettenanlage soll am 01. Juni 2010 nach einer gründlichen Sanierung wieder in Betrieb gehen, ebenso die Lautsprecheranlage auf den neuen Bahnsteigen ist Mitte 2010 in Betrieb gegangen. Im Zuge der weiteren Umbaumaßnahmen durch den Markt Dießen wurde im Mai 2014 festgestellt, dass die etwa 300 Pfähle, die das Gebäude tragen durch weitere acht Pfähle erweitert werden muß. Der Gemeinderat beschloss die Kostenmehrung von 40 000.- Euro einstimmig. Lt. Architekten Matthias Krapf sind die zusätzlichen acht Pfähle Notwendig.

Im südlichen Bereich - nach dem Bahnübergang bis zum Bahnübergang Raistinger Straße - wurde 1962 der enge Kurvenradius entschärft. Das Gleis wurde bis zu 20 Meter östlicher gelegt, so wie es heute zu sehen ist. Das alte Gleisbett ist zum größten Teil noch erkennbar, da die Trasse nicht den typischen Feinschotter, sondern schon den groben Schotter hatte, der heute noch sichtbar ist. Die alte Trasse, die eine Länge von ca. 550 Meter hat, ist inzwischen von der Natur zurückerobert worden. Neben der alten Trasse verläuft noch ein kleiner Entwässerungsgraben, der noch aktiv ist. Die Brücke über den Wassergraben ist nicht mehr vorhanden.

Bei Kilometer 51,2500, kurz vor Unterhausen, war früher die Direktionsgrenze der Ammerseebahn. Die Direktionsgrenzen wurden genau festgelegt, auf den Zentimetergenau mit Eichmarken. Als 1972 die Direktion Augsburg aufgelöst war, wurde erst zwei Jahre später - 1974 - die Schienen durchgehend mit Stahlschwellen und geschweißte Stöße ausgestattet. Vorher lagen noch Holzschwellen mit 15 Metergleisen aus den 30er Jahren und geschraubten Stößen. Dießen war Hauptdienststelle für den Personaleinsatz auf der südlichen Ammerseebahn. Direktionsgrenzen waren schon immer bindend für die Eisenbahner wie Landesgrenzen. Hatte z.B. das Vorsignal von Weilheim bei Unterhausen eine Störung, so mußte die Bahnmeisterei aus Geltendorf anrücken, obwohl Weilheim nur einen Kilometer hätte und von Geltendorf waren es 32 Kilometer. Erst im Sommer 1974 wurden die Direktionsgrenzen neu definiert. So wurde die Grenze zwischen Riederau und Utting verlegt. Mit der Aufhebung der Bahnmeisterei Geltendorf im Jahre 1996?, wurde die Bahnmeistereigrenze von Weilheim bis kurz vor Geltendorf, auf der Höhe des Einfahrtsignals von Geltendorf, verlegt. Dort liegt auch die Grenze zwischen den Allgäu-Schwaben-, und Werdenfels-Takt.

2014 bis 2015: Der Bahnhof ändert sein Gesicht - siehe nachfolgendes Bild von der Gleisseite aus gesehen. Aus der offenen Sommerhalle wurde eine attraktive Postagentur integriert. Im ehemaligen Fahrdienstleiterraum und Wartesaal entsteht eine Gastronomie, wobei die besonderen Fließen an den Wänden bestehen bleiben.

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Diensträume im Bahnhof

Lange Zeit war das alte Einheits-Hebelstellwerk aus dem Jahre 1937 in Betrieb, wie es bei den meisten Bahnhöfen an der Ammerseelinie, außer Geltendorf, zu sehen ist. Das erste Bahnhofsgebäude war eine Baracke bis ein neues Gebäude vom Dezember 1901 bis Oktober 1902 gebaut wurde. Die Bahnhofsbaracke von Bhf. Dießen wurde nach Riederau, wo sie dort eine Wellblechhütte ablöste, verlegt.

Da der Untergrund für das jetzige Bahnhofsgebäude auf einem schwammigen Untergrund gebaut wurde, ließen die Erbauer 300 Pfähle in den Boden rammen, auf dem dann das Gebäude erstellt wurde. Man kann heute sagen: Der Bahnhof Diesen steht auf Stelzen.

bhf-die1Am Bahnhof Diessen gibt es seit 01. November 2009 keine Fahrkartenschalter mehr, der Fahrdienstleiter und Stellwerker wann bis 28. November 2009 im Dienst, dann kam das elektronische Stellwerk (Bedienung aus Utting). Das Gebäude wurde inzwischen von einem Investor gekauft und soll nach dem Modell “Bahnhof Landsberg” umgebaut werden. Jedoch hat sich der Investor Anfang 2011 aus diesem Projekt zurückgezogen und verkaufte die Immobilie Mitte Februar 2011 an die Gemeinde Dießen für 106000 Euro weiter, die nun das Ensemble um den Bahnhof mit diesem Gebäude aufwerten will. Geplant sind wieder Toiletten nach Abbruch des Kohlebunkers, in dem sich jetzt die Toiletten befinden - vorhandene Mieter im Bahnhof haben Bestandsschutz.

Der Bahnhof Diessen verfügte in früheren Jahren über 5 Gleise, wovon bereits ein Gleisstrang auf der Seeseite entfernt wurde. Zwei weitere Gleise wurden noch stillgelegt, somit besitzt Dießen nur noch zwei Gleise, die dem Gegenverkehr als Ausweichgleis dient. Das dritte Gleis blieb als Rückhaltegleis erhalten für Güter- und Ferienverkehr. Das dritte Gleis war von Nöten, da sich der Kälberviehtransport nach Italien, der bis in die Mitte der 80er Jahre durchgeführt wurde, so ziemlich regelmäßig Verspätet und dort warten mußte. In den früheren Jahren gab es noch ein Stumpfgleis mit einer Kleinlok-Remise im nördlichen Teil des Bahnhofsgeländes. In den 90er Jahren wurde das dritte Gleis stillgelegt, so daß heute keine Sonderzüge - wie am 12.8.2000 geplant war - nicht mehr nach Dießen fahren können, da die beiden noch bestehende Gleise zur Überholung des Regionalverkehrs gebraucht werden. Die Signalanlagen wurden Jahrzehnte lang von Karl Preisendörfer, Konrad Stork und andere Kollegen von der Bahnmeisterei Geltendorf gewartet und gepflegt. Nach der Wartung durfte kein Tropfen Öl oder Staub auf den mechanischen Gestängen liegen, so Oberwerkssignalmeister Karl Preisendörfer. Für Lehrbub Erich Metzger war die Ausbildung bei diesen Lehrmeistern sehr hart, so Metzger persönlich zum Webmaster.

Ende Juli 2004 wurden die Bohlen für den Gleisübergang durch Gummimatten ersetzt. Lediglich zwischen dem Gleisbereich wurde der Belag ausgetauscht. Vom Gleis zum ansteigenden Bahnsteig blieben die Holzbohlen bestehen, was im Winter eine erhebliche Gefahr darstellt. Bei den Umbau- und Erweiterungsarbeiten am neuen Park&Ride-Platz in Diessen fand man auf dem nördlichen Gelände bei Entwässerungsarbeiten das Teeröl - eine stark Krebs erregende Substanz. Rund 300 Kubikmeter sind zu Tage getreten. Über die Herkunft können nur Vermutungen angestellt werden. Es kann sein, das es Rückstände einer Kohlevergasungsanlage sind, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur Energieerzeugung verwendet wurden wie z.B.: um Bahn- und Signalanlagen zu beleuchten, oder wie man es früher auch zum Imprägnieren der Bahnschwellen verwendet hat. Nun steht die Gemeinde Diessen vor dem Problem der Entsorgung.

Das Stellwerk 2

bhf-die3Im nördlichen Einfahrtsbereich des Bahnhof Dießen befand sich das Stellwerk 2 mit seinen mächtigen Spannwerk unter dem Dienstraum, womit die Signale und Vorsignal im nördlichen Teil des Bahnhofsareal bedient werden, am 28. November 2009 war das Ende besiegelt, es wurde auf das neue elektronische Stellwerk umgeschaltet, das sich im Bahnhof Utting befindet (im ehemaligen Warteraum). Zusätzlich wurde bis dahin noch die Schranke am davorliegenden Bahnübergang bedient. Im ganzen Bahnhofsbereich befanden sich Flügel- bzw. Vorsignale, die einmal vom Stellwerk 2 für den nördlichen Teil und vom Stellwerk 1, das sich im Bahnhof befindet, im südlichen Bereich bedient wurden.

Da in den früheren Jahren reger Güterverkehr in Dießen noch herrschte, hatten die Stellwerkwärter viel zu tun. Obwohl Heute der Gleisbereich ziemlich geschrumpft ist, haben die Stellwerkwärter durch den "Werdenfels Takt", der im Stundentakt fährt, noch allerhand zu tun. Man kann sagen, das Stellwerk war eines der schönsten Arbeitsplätze an der Ammerseebahn, da von ihm der ganze Bahnhofsbereich überblicken konnte. Auch auf dem Bahnübergang ist ein reger Verkehr von Fußgänger und Autos zu beobachten. Nachdem Anfang 2010 die Inneneinrichtung ausgebaut wurde, stand das Stellwerk mit Bretter vernagelte Fenster zum Verkauf bereit. Ende 2010 wurde das Gebäude von der Künstlerin Annunciata Foresti von der Bahn erworben. Das Gebäude erhielt eine neue Fassadenfarbe - ROT - was im Nachhinein sehr schön wirkt. Mehr Info zu der jetzigen Nutzung unter: “Stellwerk Diessen”.

Güterhalle

Güterhalle Diessen vor Abriss

Im nördlichen Teil befand sich die Güterhalle, sie hatte eine spezielle Milch-Verladerampe, die gleisseitig genau die Höhe der Packwagen hatte. Zwischen der betonierten Rampe und dem hölzernen Güterschuppen gab es laufend Probleme. Durch den Beton sackte wegen mangelnder Gründung die Rampe im tiefer ein. Nachdem die Güterhalle nicht mehr benötigt wurde, ist sie an einen Privatmann vermietet worden. Jedoch im Frühjahr 2004 kam das Aus für die Güterhalle - sie wurde abgebrochen für eine Parkplatzerweiterung, die Ladegleise wurden ebenso entfernt. Von den einstigen vielen Gleisen sind 2004 nur noch 3 Gleise übrig geblieben, wovon zwei Gleise noch täglich im Betrieb sind. Das dritte Gleis sollte wieder Aktiviert werden, damit man wieder Sonderzüge abstellen kann.

Ein Anlieferer davon war die Wengener Molkerei, die 1924 auf dem Dorfplatz gebaut wurde. In den Anfängen der Molkereigenossenschaft ist die Milch in großen Milchkübeln an der Millirampen angeliefert worden, damit sie der Jäger Hias an den Dießener Bahnhof transportieren konnte. Die Ammerseebahn beförderte sie zur Weiterverarbeitung nach München. Später bauten die Wengener eine Kühlung in die Molkerei, die mit dem Wasser aus dem nahen Bach gekühlt wurde. Von Stunde an fuhr ein Milchauto nach Wengen und holte die Milch an der Molkerei ab.

Wasserturm

Im nördlichen Teil auf der Ostseite (Seeseite) der Gleise stand einst ein großer Wasserturm, der die Wasserkräne versorgte.

Übernachtung

Im südlichen Teil des Bahnhofsgebäude befand sich die Übernachtung der Lokführer und später für die Busfahrer. Diese wurde am 27.05.2005 abgerissen. Auf der Westseite des Bahnhofes befand sich die Übernachtung der Schifffahrtskapitäne der Ammerseeschifffahrt, da jeden Morgen eine Linie von Diessen nach Herrsching für Berufspendler gefahren werden müsset

Kohlebunker für die Schifffahrt

Kohlebunker_Diessen_2007

Am Dießener Bahnhof befand sich gegenüber ein Kohlenbunker (heute eine weiße Wand ca. 1m hoch mit der Aufschrift "Luftkurort Diessen", dahinter befinden sich jetzt die Toiletten des Markt Diessen). Dieser Kohlenbunker hatte einen Holzaufbau mit Wellblechdach. In dem Dach waren Klappen, in denen man von dem Güterwaggon aus die Kohle in den Bunker werfen konnte.

Dampfersteg mit Lorengleis

Vom Kohlenbunker aus wurden die Kohlen in Körben auf kleine Loren verladen und auf einer Schmalspurbahn zum Dampfersteg gefahren, von wo aus sie in die Bäuche der Schiffe geschüttet wurden. Heute ist das Gleis am Bahnhof entfernt und das dazugehörige Grundstück wurde von der Gemeinde Dießen, nach einem fehlenden Grundbucheintrag, zweimal gekauft (1976? u. 1994). Von der Schmalspurbahn ist in der heutigen Zeit nichts mehr zu sehen. Am 21.11.2011 wurde mit dem Abriss begonnen. Die Toilettenanlage im Bahnhofsgebäude wird dadurch wieder aktiviert.

Spedition

Beim Bau der Eisenbahnstrecke von Augsburg nach Weilheim, war ein gewisser Mayer (Spedition Mayer) der Meinung, daß die Bahnlinie an der jetzigen Hauptstraße von Dießen (Prinz-Ludwig-Straße) entlang gelegt werden sollte. Also baute Hr. Mayer sogleich an dieser Stelle ein großes Lagerhaus. Als jedoch entschieden wurde, daß die Bahnlinie näher zum See gebaut werde, war jedoch die Halle schon gestanden.

Hochwassersicherheitseinrichtungen

Zur damaligen Zeit ging der Ammersee bei Hochwasser noch weit über seine Ufer, so dass im Jahre 1906 die Bahnlinie für einige Tage gesperrt werden mußte, da der Bahndamm regelrecht weggespült wurde. Deshalb wurde der Bahnhof Dießen, wegen der schlechten Bodenlage auf 300 Pfähle gestellt, die ca. 13 Meter in den Boden gerammt wurden. Im südlichen Teil des Bahnhofes gab es bis etwa 2010 eine Hochwasserstraße für Fußgänger über die Gleise, die durch eine Schranke und Drehkreuz gesichert ist. Beim großen Pfingsthochwasser im Jahre 1999 wurde wieder der Bahnhof für einige Tage gesperrt, bis der Pegel des Ammersees wieder auf seine Normalwerte zurückging. Im Zuge der Umgestaltung im Jahre 2009 wurde der Hochwasserübergang mit Schranke und alter Lampe abgebaut, da etwas nördlicher ein neuer Bahnübergang geschaffen wurde.

Tourismus und Sehenswertes

In den 50er Jahren fuhren von Augsburg Badezüge an den Ammersee. Es waren Hunderte von Augsburgern, die an den Wochenenden in überfüllten Zügen, teilweise standen sie auf den Plattformen, Richtung Ammersee fuhren. Die ersten stiegen in Schondorf aus und die anderen an den nächsten Bahnhöfen, wie Utting, Riederau und Dießen /Ammersee. An den Sonntagen fuhren fast keine Züge, deshalb fuhr die letzte Dampflok vom Dießener Bahnhof zum Badestrand nach St. Alban und pfiff kräftig, damit die Fahrgäste zum Zug Richtung Augsburg wieder rechtzeitig am Bahnhof waren zur Abfahrt des Zuges. Dies war schon ein Service der Deutschen Bundesbahn an seinen Fahrgästen in den 50er Jahren.

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Viele Jahre wurden die Gäste mit einem Schild und der Aufschrift "Herzlich Willkommen" in altdeutscher Schrift bis zum Umbau begrüßt. Im Wartesaal befanden sich an den Wänden noch die alten Fliesen, die die ganzen Vogelarten am Ammersee darstellten. An der südlichen Wand im Wartesaal, zwischen den beiden Eingangstüren, befand sich auf den Kacheln ein Bild des Ammersees mit all seinen anliegenden Gemeinden, die direkt am See liegen. Eine Wandmalerei von S. Wirsching aus dem Jahre 1957 befindet sich noch Heute am Haupteingang mit zwei Trachtenfiguren, die eine Fischersfrau mit dem Wappen des Marktes Dießen, sowie ein Töpfer mit einem Wappen aus Reichsadler mit bayerischen Wappenschild darstellen. In der offenen Halle des Bahnhofes befindet sich auch noch eine Malerei an der Wand, daß die Töpferzunft von Diessen darstellt. Weiterhin befand sich im Wartesaal ein Modell einer Hammerschmiede, die einst im Original im Ortsteil St. Georgen stand, die sich beim Einwurf eines 10 Pfennig-Stückes in Bewegung setzt.

Nach dem großen Umbau des Bahnhofes in den Jahren 2014/15 kam das Hammerschmiedemodell in das Foyer der Carl-Orff-Schule in Dießen.

Gegenüber des Bahnhofes auf der Straßenseite befindet sich das ehemalige Waschhaus für die Dienstwohnungen. Hinter dem gemauerten Waschhaus schließt sich noch ein Holzschuppen an, der jedoch in der heutigen Zeit für andere Zwecke genützt wird, genauso wie das Waschhaus.

Rund um den Bahnhof

1. SOS-Kinderdorf von Deutschland

Eine ältere Dame hatte 300.000 Mark gespendet und ein Architekt die Baupläne unentgeltlich entworfen. Eine Baufirma schenkte Holz, eine andere Sand und ein Münchner Arzt stifteten einen Laster und Ziegelsteine. So konnte Vereinsgründer Hermann Gmeiner am Samstag, den 15. Dezember 1956, den Grundstein legen für das erste SOS-Kinderdorf auf deutschem Boden, in Dießen am Ammersee. 16 Häuser sollten hier entstehen und 54 Kinder eine neue Heimat erhalten. Nicht ohne Stolz über so viel Hilfsbereitschaft in Bayern berichtete der "Ammersee-Kurier":

"Jedes Familienhaus erhält im Erdgeschoss einen großen gemeinsamen Wohnraum, das Zimmer der Mutter, die Küche, WC und Nebenräume. Im Obergeschoss sind die Schlafräume der Kinder, WC und Bad untergebracht. Den Zimmern im Obergeschoss ist nach Süden ein durchlaufender Balkon vorgelagert. Reine Wohnfläche je Haus: 110 qm."

Töpfermarkt

Die Marktgemeinde Diessen ist auch bekannt durch seine Töpferwaren, wozu noch heute jedes Jahr im Mai ein großer Töpfermarkt stattfindet (Lösche Keramik). Natürlich gab es auch, wie an den meisten Bahnhöfen, eine Gastwirtschaft, die den Namen "Restauration Meier" trug. In dieser Restauration trafen sich die Eisenbahner meistens zu einem kleinen Plausch mit ein paar halben Bier. Dieses Gebäude wurde abgerissen und durch einen modernen Neubau ersetzt. Des Weiteren gab es und es gibt ihn noch heute, den Gasthof "Unterbräu" (Zimmer, Saal, 1 Minute zum See und Bahnhof Tel: 08807/8437) in der Nähe des Bahnhofes. Dort trafen sich ebenfalls die Eisenbahner, aber meist am Wochenende im Biergarten. Zum Baustil am Dießener Bahnhof gibt es nicht viel zu Berichten, da die meisten Häuser anscheinend schon vor dem Bahnbau standen, wie z.B.: der "Unterbräu" oder so manche Fischer-Häuser. Auch einige wunderschöne Villen aus der Jugenstilzeit sind Rund um den Bahnhof zu sehen. Nur gegenüber des Bahnhofes, rechts vom Postgebäude, befindet sich ein sehr schön angelegter Garten, in dem sich ein kleines Häuschen befindet, das nach dem Baustil zu beurteilen mit der Eisenbahn in Verbindung gebracht werden kann.

Schacky-Park

Im süd-westlichen Ausgang von Dießen befindet sich rechter Hand - kurz vor dem Bahnübergang "Raistinger-Straße" - die 18,4 Hektar große Parkanlage des Freiherrn Ludwig von Schacky auf Schönfeld. Die einstige Schönheit des Parkes umfasste ca. sieben Kilometer Wegenetz und wurde von dem ehemaligen Oberleutnant und königlichen Kämmerer 1903 gekauft und im neobarocken Einfluss gestaltet. Wenn Freiherr Schacky mit dem Zug aus München kam, mußte die Parkanlage schon erleuchtet sein. Im Juli 1913 verstarb Freiherr Schacky.

Chronologie vom Bahnhof ab 2000

  • zum 31.03.2000 wurden die Toiletten geschlossen, da im Jahr nur ca. 900.- DM an Benützungsgebühr eingenommen wurde. In diesem Fall müßte wie in Utting die Gemeinde für den Erhalt der Toiletten einspringen, obwohl es bereits auf der Seeseite eine Toilettenanlage gibt. Aber wer geht schon zum Seegelände hinüber, wer weiß schon dass sich dort eine Toilettenanlage befindet von den Touristen? Einerseits will man den Tourismus und viel Geld einnehmen, anderseits wird alles zugemacht um die Touristen zu verärgern (eigene Meinung).
  • April 2003: Die ersten gravierenden Veränderungen werden am Bahnhof Dießen durchgeführt. Als erstens wurden die Gleise zum Ladehof entfernt. Als zweiter Schritt wird die Laderampe entfernt. Als dritter Schritt erfolgt der Abriß der Güterhalle.
  • Juli 2004: Neue Bahnübergänge wurden montiert.
  • 23. - 24. August 2005 Unterbrechung der Strecke Diessen-Weilheim wegen Gleisunterspülung auf einer Länge von 4 Metern in den vorher genannten Abschnitt
  • 04.11.2016: Schwerer Verkehrsunfall am südlichen Bahnübergang. Ein 84-Jähriger Dießener fuhr in die geschlossene funktionierende Schranke mit Blinklicht und wurde vom Zug erfasst. Der Aufprall war so heftig, dass es gleich den Motorblock des KFZ herausgerissen hat. Beide Insassen überlebten den Unfall nicht. Rund 7 Stunden war die Strecke gesperrt.

 

 

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